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Farbfotografie

Während der 30er-Jahre entwickelte sich die Farbfotografie. Was ursprünglich dilettantisch colorierten Schwarz-Weiß-Fotografien glich und damals sogar Antikunst genannt wurde, ist auch heute in seiner technischen Entwicklung noch nicht völlig abgeschlossen, und praktisch im Monatsabstand bringen die Filmhersteller neue, verbesserte Technologien der Farbfotografie auf den Markt. Nicht zuletzt scheint es darum zu gehen, den Übergang zur digitalen Fotografie durch immer weiterführende Verbesserungen der analogen Bildverarbeitung auf Film hinauszuschieben.

Trotz oder gerade wegen der starken Verbreitung und der hohen technischen Qualität wird auch heute noch die Schwarz-Weiß-Fotografie als Domäne der künstlerischen Fotografie gesehen. Betrachtet man die Bildbände, die sich als fotografische Kunstpublikationen präsentieren, so sind sicher mehr als die Hälfte in Schwarz-Weiß ausgeführt.

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Amateurfotografie

Während der Jahrhundertwende und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bildeten sich verschiedene Aufnahmeformate, die bedingt durch die Verbesserung der Empfindlichkeit des Filmmaterials immer kleiner wurden. Die ersten Kleinbildkameras, wie beispielsweise die erste `Leica'' entstanden.

Ur-Leica

Eine der beiden ersten Ur-Leicas 1913/14

Auch wurden scharfzeichnende und lichtstarke Objektive konstruiert. Kamerakonstrukteure wie Carl Zeiss (1854 - 1923), Rudolf Krügener (1847 -1913) und Carl Paul Goerz (1854 - 1923) haben sich hier besonders verdient gemacht.

Die Verbreitung der Amateurfotografie begann und wurde damit langsam ein Bestandteil des täglichen Lebens. Nicht das Außergewöhnliche war mehr zentrales Thema, sondern das alltägliche, das individuell familiäre, jenseits jedes künstlerischen Anspruches. Die Boxkamera von Kodak (1888) stellte praktisch keinerlei technische Ansprüche an die Fertigkeit des Fotografen.

Damit war allerdings auch die Frage nach dem künstlerischen Anspruch verstärkt aufgeworfen.

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Der Augenblick

Ein Großteil der Faszination der Fotografie - gleichgültig, auf welchem Anspruchsniveau - besteht darin, einen Augenblick festzuhalten. Besondere Augenblicke werden damit zum Dokument historischer Ereignisse, z.B. das Aufrichten der amerikanischen Fahne auf Guam. Oder aber es wird ein individuelles Schicksal zum Symbol eines ganzen Ereignisses, wie etwa das berühmte Bild des im Sturme getroffenen Soldaten für den spanischen Bürgerkrieg.

Tod eines Milizionärs

Robert Capa, Tod eines Milizionärs, Spanien, 1936

Übrigens handelt es sich bei beiden Beispielen wahrscheinlich um arrangierte Fotografien. Grundsätzlich wurden arrangierte oder direkt gefälschte Fotografien schon sehr früh für politische Propaganda verwendet. Abgesehen davon mindert aber das arrangierte Foto nicht unbedingt den künstlerischen Wert. Alle Gemälde sind in diesem Sinne ebenfalls gestellt.

Eines der hervorragendsten Beispiele der Verbindung von Dokumentation und hoher ästhetischer Qualität waren die Fotografien Leni Riefenstahls von der Olympiade 1936 die auch Propagandazwecken genügten.

Olympiade 1936

Olympiade 1936, Bild aus Datenbank zu "2000 Jahre Chronik", www.denktag.de

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Fotografische Moderne

Thematisch ist die fotografische Moderne von einem starken sozialen Engagement geprägt, etwa durch Dokumentationen über Außenseiter der Gesellschaft. Sehr häufig findet man individualistische Perspektiven alltäglicher Sujets. Vieles in dieser avantgardistischen Betrachtungsform ist für den Betrachter schwer nachzuvollziehen wie die "spiralige Raumdrehung" (siehe Bild) von Lászlo Moholy-Nagy.

Die spirale Raumdrehung

Lászlo Moholy-Nagy, Die spiralige Raumdrehung, 1925.
Bildquelle: Photographie des 20. Jahrhunderts, Museum Ludwig Köln, Taschen (© Museum Ludwig Köln)

Bei einzelnen Fotografien ergibt sich aber trotz der Einfachheit des Dargestellten eine dichte Atmosphäre, die über die Banalität des Abgebildeten hinausgeht. Ein buntes Kontrastprogramm zur kühlen Avantgarde bildet die nicht minder avantgardistische Lomografie. Mit der sowjetischen Billigkamera Lomo wird technische und formale Perfektion durch Spontanität ersetzt. Dadurch wird viel an Kreativität frei, so dass man die Lomografie sicher nicht als bloßen Zeitgeist-Gag abtun kann. Die große Zukunftsperspektive geht aber eindeutig in Richtung der digitalen Bildverarbeitung.

Bild- und Textquellen siehe Impressum

 

 
   

"Kinder, Weihnachten 1955"

Die Abbildung stammt aus
Privatbesitz C.M.,
fotografiert mit einer Leica

 
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