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Digitale Revolution
Einäugiger Dali
 

Digitale Revolution

Die Digitalfotografie ist heute im privaten Bereich qualitativ und preislich konkurrenzfähig geworden. Die digitale Bildbearbeitung im professionellen Bereich längst in einem Ausmaß Selbstverständlichkeit geworden, von dem die meisten Menschen keine Ahnung haben: Kein Palmers-Foto geht ohne intensive digitale Aufbereitung in den Druck. Da werden Beine gestreckt, Körperproportionen verschoben, Lichter versetzt, Augen- und Hautfarben verändert usw.

Das Foto hat nur mehr die Bedeutung einer Skizze und die Konzentration auf den richtigen Augenblick als Bildinhalt ist hinfällig geworden.

So wie das Bild im Kopf entsteht, kann man es mit dem Computer realisieren, die Fotografie liefert nur mehr den Rohstoff, das Ausgangsprodukt. Damit entsteht aber auch eine neue Herausforderung der Kreativität. Eine neue Form der Malerei mit virtuellem Pinsel ist entstanden, die Farben dafür sind Fotografien.

In der Malerei hat sich schon sehr früh eine Richtung entwickelt, die die Fotomontage malerisch umsetzt. Der Surrealismus vereint die Technik der Malerei mit dem Ausdruck der Fotografie und stellt die Realität in Frage wie einst die Fotografie die Malerei in Frage gestellt hat. (Siehe Foto links "Einäugiger Dali".) Naturgetreue Objekte werden in ungewohnten Umgebungen und Arrangements plaziert.

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Zur Entwicklung der digitalen Fotografie

Ende 1990 stellte Kodak eine Video-Rückwand für die Nikon F3 vor. Kodak benutzte also eine bereits vorhandene Spiegelreflexkamera und baute für diese eine neue Rückwand, in der ein spezieller CCD-Sensor eingebaut war. Dieser hatte eine Bildauflösung von 1024x1280 Bildpunkten. Die Rückwand war mit einem Kabel an einem Koffer, der Stromversorgung in Form eines Camcorderakkus und Festplattemnspeicher enthielt, angeschlossen. Dieser mußte vom Fotografen über der Schulter getragen werden, was sich als starke Belastung herausstellte. der Hauptspeicher konnte allerdings nur ein Bild alle 2 s abarbeiten; daher wurde noch ein 10 MB Zwischenspeicher eingebaut, der bis zu acht Bilder zwischen gespeichert hat, bis diese vom Haupspeicher abgearbeitet wurden. Auf einem eingebauten Monitor in dem kofferartigen Kraftteil konnte der Fotograf sofort seine geschossenen Bilder überprüfen.

1992 brachte Kodak das DCS 200 System auf dem Markt. Diesmal benutzte Kodak eine Nikon F801s als Grundlage und tauschte auch hier wieder das Rückenteil aus. Man benötigte hier auch nicht mehr einen ganzen Koffer, sondern der Hauptspeicher wurde in das DCS 200 Rückenteil mit angebaut. Eine 80MB Minifestplatte sorgte für eine Speicherkapazität von bis zu 50 Bildern. Auch dieses System benötigte für die Abarbeitung eines Fotos noch drei Sekunden. Die Filmempfindlichkeit kann man für die Farbversion des DCS 200 von ISO 50/18° bis ISO 400/27°, und bei der Schwarzweißversion von ISO 100/21° bis ISO 800/30° regeln.

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Auch Ende 1994 stellte Kodak wieder auf der Photokina (DIE bekannteste Fotomesse) wieder neue Digitale Kameras vor: die Systeme DCS 420, DCS 460 und DCS 465. Die DCS 420 auf der Basis einer Nikon F90 löste das DCS 200 ab. In ihr wurde diesmal ein Flächensensor mit einer Auflösung von 1012x1524 Bildpunkten und 12Bit Farbtiefe verwendet. Die Speicherung der Bilder erfolgt nun mit auswechselbaren PCMCIA-ATA-Typ III Karten; auf einer Maxtor Mobile 131 MB finden 80 Bilder Platz. Bei allen neuen Modellen kann man zu jeder Aufnahme einen (gesprochenen) Kommentar in Telefonqualität mit abspeichern, wie beispielsweise Bildunterschriften usw. Die DCS 460 ist ebenfalls auf der Basis einer Nikon F90, während es die DCS 465er version als Rückenteil für Mittelformat- und optische-Bank-Kameras geben wird. Die 460er- Modelle sind allerdings mit einem Bildsensor ausgestattet, der eine Auflösung von 3060x2036 Pixel besitzt, was einen Speicheraufwand von 18MB pro Farbbild bedeutet.

Kodak DCS-Kamera

Kodak DCS-Kamera (Nikon F90)

Problematisch ist bei den DCS-Systemen, daß der CCD-Chip nur 15x9mm groß ist und damit die eigentlich Fläche nur etwa 15 Prozent des Kleinbildformats beträgt. Dies hat also zur Folge, daß nicht alles was im Sucher zu sehen ist, aufgenommen wird. Aufgrund der kleineren Bilddiagonale verändern sich damit auch die Brennweiten. So verlängert sich die effektive Brennweite eines Objektives um den Faktor 2,5, bei einem 200 mm Objektives also auf ganze 500 mm. Das bedeutet also, wenn man eine 50 mm Brennweite haben möchte, muß man ein 20 mm Weitwinkelobjektiv einsetzen. Ein großer Vorteil dieser DCS-Systeme ist, daß jederzeit auch herkömlicher Film eingesetzt werden kann.

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Auch Fuji und Nikon haben in Zusammenarbeit eine neue digitale Kamera entwickelt und auf der Photokina 1994 vorgestellt. Bei Fuji wird sie DS-505 und bei Nikon E2 genannt. Das Auflösungsvermögen des eingebauten CCD-Sensors dieser Kamera beträgt 1280x1000 Bildpunkte, was beim Print auf Fotopapier ohne größere Qualitätsverluste ein Format von 10x15 cm zuläßt. Die relative Empfindlichkeit des Chips entspricht in etwa 800/1600 ASA. Auch ist es den Nikon-Technikern gelungen, 100 Prozent des effektiven Bildfeldes abzubilden. Und noch erfreulicher ist die Tatsache, daß man es bei dieser digitalen Kamera geschafft hat, daß 50 mm Brennweite auch 50 mm Brennweite bleiben. Desweiteren wird es zwei Varianten geben: E2/DS 505 schaffen ein Bild und E2s/DS 515 drei Bilder pro Sekunde.

Die Digitalkamera erobert die Zukunft

Die elektronische bzw. digitale Fotografie wächst aus ihren Kinderschuhen, macht von Jahr zu Jahr neue Fortschritte. Die Bildfolgezeiten werden immer kürzer und die Auflösungen immer höher. Darüber hinaus haben Digitalkameras den gewaltigen Vorteil, dass man sie direkt an einen Computer anschließen und die gemachten Bilder übertragen und sofort sichtbar machen kann. Die Bilder können sofort in DTP-Programmen der Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen weiterverarbeitet werden. Für diese bedeutet dies einen enormen Zeitvorteil, da die Entwicklung des Films und das erneute Einscannen (mit teuren Scannern) der Abzüge oder Dias entfällt.

Noch nie vorher konnten "Bilder im Kopf" auf so einfache Weise zu Papier gebracht und beliebig vervielfältigt werden. Grenzen setzt nur mehr die eigene Phantasie.

Bild- und Textquellen siehe Impressum

 
   

Philippe Halsmann,
"Einäugiger Dalí", 1954

Bildquelle: Photographie
des 20. Jahrhunderts,
Museum Ludwig Köln,
Taschen (© Museum Ludwig
Köln)

 
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